Die Sache mit den Druckdaten

Auch im inzwischen größtenteils digitalen Zeitalter sind Printprodukte immer noch ein wichtiger Teil der Markenkommunikation. Von einfachen Visitenkarten bis hin zu komplexen Broschüren oder Messeständen – für all das braucht man Druckdaten, die das Layout vom Screen für den Offset-, Digitaldruck oder andere Druckmethoden übersetzen und interpretierbar machen. Eine Wissenschaft für sich oder eigentlich ein Kinderspiel?

Mit der heutigen Technik habt ihr sowas doch sicherlich mit einem Knopfdruck erledigt. Das dauert doch sicher nur 5 Minuten …

Hallo, ja, wir könnten dir ein Bild für die Druckerei zuschicken oder einfach direkt nur einen groben Screenshot vom entsprechenden Objekt, was ungefähr aufs gleiche rauskommt und in 5 Minuten machbar wäre. Aber ganz ehrlich: das willst du nicht. Das Erstellen von Druckdaten kann ein ziemlicher Spießrutenlauf sein. Je besser man sich damit auskennt, desto schneller kann man diesen absolvieren ohne dabei von der ein oder anderen Anforderung aus der Bahn geworfen zu werden. Da wir uns damit auskennen heißt das aber leider noch nicht, dass wir zaubern können und alles in 5 Minuten erledigt ist. Leider.


Aber letztendlich schickt man doch einfach nur ein Bild an die Druckerei oder?

Im weitesten Sinne schon … und dann auch wieder nicht. Zunächst müssen wir mal schauen, was in Druck gegeben werden soll. Eine Visitenkarte – dann schicken wir ein PDF. Ein T-Shirt-Motiv – dann schicken wir gegebenenfalls ein EPS. Ein Klappflyer oder eine Broschüre – dann auch hierfür ein PDF aber mit Berücksichtigung von Einzelseiten oder Druckbogenausrichtung. Alles hat seine Eigenheiten, die man beachten muss, damit am Ende das Druckobjekt auch wirklich passt.


Wie? Damit es wirklich »passt«? Was meint ihr damit?

Nehmen wir mal an du willst eine Visitenkarte drucken, ganz normal und ohne Veredelung irgendeiner Art – das wäre das einfachste Beispiel und die sogenannte Reinzeichnung (das saubere Umsetzen des finalen Layoutentwurfs) und der Datenexport würden hierfür ca. 15 Minuten dauern. Damit alles passt, muss aber zunächst geklärt werden, wo du die Visitenkarte drucken lassen willst.


Macht das denn einen Unterschied?

Die verschiedenen Druckereien haben zwar zumeist einen Standard mit dem sie arbeiten, aber variieren mitunter in bestimmten Spezifikationen wie Anschnitt oder Farbprofil. Damit hier am Ende alles passt und die Druckerei die gelieferten Daten auch problemlos verwenden kann, klären wir im Vorfeld die gestellten Anforderungen des von dir gewählten Druckdienstleisters.


Anschnitt? Farbprofil? Wofür ist das gut und ist das immer wichtig?

Ja, das ist unabhängig vom Druckprodukt immer wichtig und auch wenn z.B. der Anschnitt für gängige Druckprodukte zumeist zwischen 1 und 3 mm liegt, ist es wichtig das bestenfalls schon vorm Layout zu wissen. Der Anschnitt dient der Druckerei dazu beim späteren Beschneiden des finalen Druckerzeugnisses sogenannte weiße Blitzer zu vermeiden. Die entstehen, wenn beispielsweise ein Bildmotiv oder eine Farbfläche innerhalb des Schneidebereichs aufhört und dadurch das weiß des Papiers am Rand durchblitzt.


Also macht ihr alles einfach etwas größer, damit es später keinen Ärger gibt?

Genau, wir beachten schon beim Layout, dass alle randüberlaufenden Motive bis zum Anschnitt gehen. Aber wo wir grad schon bei Motiven und ggf. Bildmaterial sind - auch hierfür muss einiges beachtet werden und das kann teilweise ziemlich zeitaufwändig sein.


Inwiefern? Die Bilder schicke ich euch doch zu …

Das stimmt, aber ob wir deine Bilder auch genau so verwenden können hängt von ein paar Dingen ab. Wenn etwas gedruckt wird erfolgt das standardmäßig in CMYK – das sind die Druckfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key für den Schwarzanteil. Die meisten Bilder, die du hast sind allerdings im RGB-Farbraum – also für die Ausgabe am Bildschirm. In einigen Fällen macht es im Druck keinen Unterschied, ob wir dein RGB Bild für den Export der Druckdaten verwenden, aber bei farbsensitiven oder sehr hellen oder dunklen Bildern müssen wir dein Motiv in CMYK umwandeln und gegebenenfalls nachkorrigieren.


Nachkorrigieren? Eigentlich finde ich meine Bilder aber gut so wie sie sind.

Gerade bei sehr dunklen Bildern muss der Farbaufbau beachtet werden, denn oftmals setzen sich dunkle Farben in CMYK so zusammen, dass die Summe der Werte für die 4 Farbkanäle den für den Druck standardisierten Farbauftrag von 250-300 übersteigen. Daher müssen wir ggf. eingreifen und diese Bereiche optimieren, damit später im Druck nicht einfach nur eine matschige dunkle Fläche herauskommt.


Das ist jetzt ziemlich technisch, gut das ihr das macht und nicht ich :)

Klar, machen wir gern, ist ja schließlich unser Job und du bezahlst uns dafür, dass wir nicht nur darauf achten, sondern auch auf die Überprüfung der Druckauflösung der verwendeten Bilder sowie das richtige Farbprofil für die Druckdatei.


Druckauflösung? Farbprofil? Was genau ist das?

Normalerweise wird im Druck mit einer Mindestanforderung für die Druckauflösung gearbeitet. Diese liegt bei 300dpi und beschreibt die Auflösungsqualität der Bildmotive. Wenn du also ein Werbebanner im Format 2x1 Meter produzieren möchtest und uns dafür ein Bild schickst, dass bei dir am Monitor zwar super aussieht, aber eigentlich nur 2000x1000 Pixel bei 72dpi Screenauflösung ist, dann könnte es im Druck ziemlich matschig werden. Wir können zwar bis zu einem gewissen Grad mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop das Bild größer rechnen, aber auch hier gibt es Grenzen, weswegen wir dich dann bitten würden das Bild in einer besseren Auflösung zu schicken oder ein anderes Motiv zu wählen.


Und wenn das nicht möglich ist? Braucht man denn immer diese 300dpi?

Zum Glück: nein. Die Standardauflösung von 300dpi wird für kleinere Drucksachen zwar zumeist kein Problem sein, aber auch hier ist es eher eine Vorgabe für den Best Case. Selbst wenn ein Bild beispielsweise in einem Flyer mal nur 200dpi hat, kann man es verwenden, wenn es wirklich keine andere Option gibt. Ab einer bestimmten Grenze wird es allerdings unscharf und wir raten dir dann von der Verwendung des Bildes ab. Im Beispiel mit dem 2x1 Meter Banner begünstigt die Natur der Sache das häufig auftretende Auflösungsproblem: der Abstand zum Druckprodukt. Je weiter der Betrachter vom Druck entfernt ist, desto geringer kann die Auflösung sein. Willst du zum Beispiel eine 18/1tel Werbung auf einer Werbefläche schalten, die man erst aus einer Entfernung von 5 Metern betrachten kann, dann könnte sogar eine Auflösung von 30-50dpi ausreichend sein. Große Werbeflächen sind allerdings eher die Ausnahme und bestenfalls lässt man Bildmaterial hierfür extra anfertigen bzw. schon für die Verwendung passend aufnehmen.


Puh, verstanden. Jetzt möchte ich nur noch wissen was es mit dem Farbprofil auf sich hat.

Klar, gern und eigentlich ist das relativ unkompliziert, wenn man weiß, was zu tun ist. Das Farbprofil ist lediglich eine Einstellung im Export des Druck-PDFs. Wenn man weiß mit welchem Farbprofil die Druckerei arbeitet, dann ist das schon mal die halbe Miete. Wenn man das Profil auf seinem Rechner noch nicht installiert hat, dann bieten diverse Seiten oder bestenfalls die Druckerei selbst es zum Download an. Allerdings ist das Farbprofil nur eine der vielen Einstellungen die beim Druckdatenexport vorgenommen werden.


Was muss denn beim Export noch alles eingestellt werden?

Im Export geben wir dann auch den finalen Anschnitt an und ob der Drucker dafür Schnittmarken gesetzt haben will, falls manuell geschnitten werden soll. Desweiteren können wir die Komprimierung von Bilddaten beeinflussen oder Sicherheitsvorkehrungen in Form eines Passwortschutzes für das Druckdokument einrichten.


Ok, das war ja jetzt doch ziemlich viel technischer Kram für das bisschen Druckdatei die ich bekomme …

Sorry dafür, aber du hast ja gefragt :) auf der Rechnung zum Druckprodukt erscheint zu all den gerade besprochenen Dingen dann übrigens der für Außenstehende mysteriös klingende Bereich »Reinzeichnung, Druckdatenexport und -prüfung«. und wir sind meistens auch froh, wenn wir diesen sehr technischen Abschnitt unserer Arbeit mit der Überprüfung der Daten abschließen und unserem Kunden die finalen Druckdaten übergeben können.


Kann ich verstehen. Fürs nächste mal weiß ich dann aber Bescheid und kann euch alles was ihr an Infos braucht direkt bei Beauftragung schon mitteilen und liefern.

Super, das würde uns die Arbeit echt erleichtern und du hältst dann schon bald dein tolles Druckprodukt in den Händen. Wir freuen uns drauf!