Coffee Love

Diesen Monat widmen wir uns dem braunen Gold, dass uns tagtäglich auf den Beinen hält und ohne wir morgens gar nicht erst aus dem Bett kämen. Die Rede ist von Kaffee. Rund 162 Liter Kaffee trinkt jeder von uns durchschnittlich im Jahr. Aber dass alleine macht uns noch nicht zu Kaffee-Geeks. Erfahrt in diesem kleinen Artikel mehr über Latte Art, Kaffee-Gadgets und wie man mit einer La Pavoni wunderbare Crema zaubert.

Latte Art

Um den perfekten Milchschaum für ein kunstvolles Gemälde zu erhalten benötigt es 3 Dinge: ein Milchkännchen, eine Dampfdüse oder einen Milchaufschäumer, sowie kalte Vollmilch min. 3,5%. Mit fettarmer Milch gelingt es in der Regel nicht so gut, da die Fettmoleküle bei der Cremigkeit eine wichtige Rolle spielen. Auch das Milchkännchen sollte nicht zu klein sein, da die Milch durch das Aufschäumen doppelt so viel an Volumen hinzugewinnt.

Die Vollmilch nun zur Hälfte in das Milchkännchen geben und die Düse knapp unter die Oberfläche eintauchen. Haltet das Kännchen dabei etwas schräg, damit mehr Luft in die Milch gezogen werden kann. Immer einen Kleinen Finger an den Rand des Kännchens halten, damit ihr spürt wie warm die Milch wird. Sie sollte eine Temperatur von 65°C nicht überschreiten. Hat sich das Volumen der Milch verdoppelt, taucht ihr die Düse fast bis zum Boden des Kännchens ab, damit keine Luft mehr gezogen werden kann. Diese Phase nennt man das „Rollen“. Hierbei entsteht die Cremigkeit. Könnt ihr euren Finger nicht mehr am Rand des Kännchens halten, ist die Milch warm genug.

Bevor ihr nun versucht Formen auf euren Espresso zu malen, müsst ihr das Milchkännchen ein paar mal leicht auf die Tischplatte klopfen, damit die Bläschen, welche sich im Kaffeeschaum gebildet haben verschwinden. Dabei immer wieder das Kännchen schwenken, bis die Oberfläche der Milch dicht und glänzend cremig ist. Es sollten keine Bläschen mehr zu erkennen sein. Nun die Tasse mit dem Espresso leicht schräg in der einen Hand halten und mit dem Milchkännchen in der anderen, locker aus dem Handgelenk versuchen eine Form in die Crema zu ziehen. Das einfachste Muster zum üben ist das Farnblatt. Das Bild links zeigt euch wie es richtig geht.

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Kaffee-Gadgets

Das Zubehör macht den Genuss des Kaffees erst zur Zeremonie. Ich persönlich zähle eher zu den Minimalisten, was Kaffee-Zubehör anbelangt. Um guten Espresso zu zaubern braucht es meiner Meinung nach nicht viel. Original italienisch sollte es aber schon sein. Die absolute Standardausrüstung besteht aus einer Handmühle, einem Tamper, einem Messlöffel, sowie einem Auffangbehälter für den Espressosatz. Die Mühle sollte sehr feines Espressomehl mahlen können, denn je mehr Druck die Maschine aufbringen muss um das Wasser durch das Mehl zu pressen, umso intensiver werden die ätherischen Öle im Kaffee freigesetzt. Mit dem Tamper wird das Espressomehl mit Druck angepresst. Aber Vorsicht - mit Gefühl, sonst wird der Espresso schnell bitter.

Wer etwas weiter gehen möchte, für den ist eine original italienische Kaffeemühle das Schätzchen neben jeder Handhebel oder halbautomatischen Espressomaschine.

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Miscela, Macina, Mano, Macchina

Die La Pavoni zählt als Diva unter den Handhebel-Espressomaschinen. Entweder man hasst sie, oder man liebt sie. Einfach mal morgens aufstehen und auf einen Knopf drücken um eine leckere Tasse Espresso zu trinken, ist mit dieser Maschine nicht drin. Für mich ist sie ein absolutes Schmuckstück und mit etwas Übung entlockt man ihr Aromen, die man bei manch überteuerten Vollautomaten nur vergeblich sucht.

Um ihr einen gelungenen Espresso zu entlocken braucht es die 4M: Miscela (Mischung), Macina (Mühle), Mano (Mensch) und Macchina (Maschine). Die Mischung muss fein sein und darf nicht nur aus 100% Arabika bestehen. Ich habe bislang beste Ergebnisse mit einer 70/30 (Arabika/Robusta) Mischung erzielen können. Der Mahlgrad ist abhängig von der Mischung. Hier ist wirklich ausprobieren gefragt, bis man mit seiner Crema zufrieden ist. Ist das Kaffeemehl zu grob, so schmeckt der Espresso wässrig. Ist es zu fein, wird der Espresso bitter. Mit der nötigen Menge Druck wird das Kaffeemehl nun im Kaffeesieb angepresst. Auch hier gilt: Wasser sucht sich immer den leichtesten Weg. Wird ungleichmäßig getampert, fließt das Wasser zu schnell durch das Kaffeemehl und die Aromen können nicht vollends extrahiert werden. Ein gleichmäßiger Druck und eine glatte Oberfläche sind entscheidend.

Zum Schluss wird mit dem Hebel heißes Wasser in die Kammer vor dem Sieb gelassen. Im besten Fall wartet man hier 10-20 Sekunden, bevor man den Hebel nun behutsam nach unten bewegt. Dieser Schritt ist meist der spannendste, denn nun wird sichtbar, ob die Schritte zuvor einen wunderbaren Espresso geschaffen haben, oder ob es noch weitere Übung braucht.

„Für mich besteht bei einer Handhebel-Espressomaschine der Zauber darin, dass ein qualitativ harmonischer Espresso alleine von den Fähigkeiten des Baristas abhängt. Kein Programm, oder besonders teures Zubehör, erledigt die Arbeit für dich. Das ist noch Kaffee in seiner puren Form.“
— Nadine, liebt ihre La Pavoni

162

Liter

Kaffee im Jahr

6.000

verschiedene Sorten

weltweit

150

mg Koffein

stecken in einer Tasse Kaffee

5

kcal

pro Tasse Kaffee